Doris Bianchi. (Yoshiko Kusano)

Doris Bianchi. (Yoshiko Kusano)

Neulich hatte ich Post von der UBS im Briefkasten. Im aktuellen Kundenmagazin nimmt die Grossbank unter dem Titel „Wer zahlt meine Rente?“ die Versprechen von AHV und Pensionskassen unter die Lupe.

Bei der AHV das alt bekannte Lied: Chefredaktor Stephan Lehmann meint, die AHV-Renten seien nicht sicher. Denn anstatt die Not der verarmten Betagten mittels AHV zu lindern, stelle die Schweiz nun höhere Ansprüche. Die Leute wollten – wie dreist – auch im Alter den gewohnten Lebensstandard weiterführen können. Da zudem immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Rentner aufkommen müssten, könne die Finanzierung der AHV nicht mehr aufgehen.

Anders als früher verliert die UBS sogar die Hoffnung auf eine gute Rente aus der Pensionskasse. Auch hier gibt es immer mehr Pensionierte und die leben sogar noch länger. Und zwar laut Lehmann auf Kosten der Jungen. Um das zu beheben, müsse der Umwandlungssatz gesenkt werden. Die Jungen müssten sich auf einen Umwandlungssatz zwischen 4,4 bis 5,4% einstellen. Garantien in der zweiten Säule gibt es aus Sicht der UBS nicht mehr.

Wenig Überraschendes dann beim Lösungsansatz. In der Altersvorsorge ist man laut UBS auf sich selbst gestellt. Konkret: Es gelte die dritte Säule auszubauen. Das ist lächerlich. Aktuell erhält die UBS-Kundschaft auf dem 3a-Konto magere 0,5% Zins. Das ist wenig für Gelder, die bis zur Pensionierung gebunden sind. Damit kommt man nicht weit. Zum Vergleich, die von der UBS schlechtgeredeten Pensionskassen: Zusätzliche Einzahlungen werden dort im laufenden Jahr immerhin mit mindestens 1,25% verzinst.

Beim Lobgesang auf die 3. Säule bleibt die UBS wenigstens redlich. Sie macht ihre Leserschaft darauf aufmerksam, dass Einzahlungen in die 3. Säule von den Steuern abgezogen werden können. Denn Motivation für die 3. Säule sind ja nicht die Zinskonditionen, sondern es ist die Steuerersparnis. So subventioniert der Staat indirekt das Geschäft der Banken. Die Werbung der UBS für die dritte Säule lohnt sich also. Und ein grosses Potenzial an möglichen Kunden besteht auch.

Die Kundeninformationen der UBS sind einfach zu durchschauen: Mit den Sorgen der Bevölkerung um die Altersvorsorge werden die Profite der Bank angekurbelt. Die Sorgen der Leute werden so jedoch nicht ernst genommen. Die Volksinitiative AHVplus ist da viel näher an den Menschen. Denn die Erhöhung der AHV-Altersrenten um 10% gleicht die sinkenden Pensionskassen-Renten aus und sorgt für anständige Renten im Alter. Und das ist erst noch viel günstiger als in der zweiten und vor allem dritten Säule. Deshalb gilt: Wer rechnet, stärkt die AHV.