Sie sind schon dreissig Jahre alt und haben noch kaum einen Franken in eine Pensionskasse einbezahlt. Das kommt häufiger vor, als man denkt: Zum Beispiel bei Jugendlichen, die nach ihrer Ausbildung temporär gejobbt oder schlecht bezahlte Praktika absolviert haben. Oder solche, die länger im Ausland waren oder sonstige Unterbrüche im Erwerbsleben aufweisen, weil sie sich zum Beispiel fort- oder weitergebildet haben, oder weil sie keinen festen, ihrer Ausbildung entsprechenden Arbeitsplatz finden. Während all dieser Phasen bezahlen die jungen Arbeitnehmenden praktisch nichts in die zweite Säule ein. Von der dritten Säule ganz zu schweigen – dafür fehlen ihnen schlicht die Mittel. Diese Jungen setzen mit Vorteil auf die AHV, wenn sie die Lücken in der zweiten Säule stopfen wollen.

AHV kostet Junge nur halb soviel wie die zweite Säule

Denn aus finanzieller Sicht ist die AHV sehr vorteilhaft für die Jungen. Die Beiträge sind im Vergleich zur 2. Säule bescheiden: 4,2 Lohnprozent (und gleichviel für den Arbeitgeber), während in der zweiten Säule die Beiträge auch schon für junge Arbeitnehmende ungefähr doppelt so hoch sind. Es liegt also im ureigensten Interesse der Jungen, die AHV zu stärken – so wie es die Initiative «AHVplus» vorschlägt – und nicht die ruinöse 2. Säule weiter aufzublasen, die den Versicherten immer weniger einbringt und lediglich die Taschen der Versicherer und Banken füllt.

 

grafik ahv und junge

Kosten für eine Rentenerhöhung von 230 Franken pro Monat (zu heutigen Preisen). Berechnet für einen kinderlosen Mann Jahrgang 1986 und mit einem Einkommen von 5000 Franken pro Monat. In der AHV werden diese Kosten finanziert durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge und Steuern. In der beruflichen Vorsorge (berechnet nach den Reformvorschlägen des Bundesrats), wurden nur die Sparbeiträge berücksichtigt.

 

 

 

10 Prozent mehr Rente zum halben Preis wie in der dritten Säule

Eine bescheidene Beitragserhöhung von je 0,4 Prozentpunkten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber reicht, um gemäss den Vorgaben der AHVplus-Initiative allen eine Rentenerhöhung von 10 Prozent zu finanzieren. Für einen 30jährigen, der monatlich 5000 Franken brutto verdient, wären das 46 Franken im Monat, hälftig verteilt auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge inklusive weiterer Abgaben und Steuern. Wollte der 30jährige dieselbe zehnprozentige Rentenerhöhung (230 Franken monatlich) über die zweite Säule finanzieren, würde ihn das satte 42 Prozent mehr kosten, insgesamt 45‘000 Franken bis zur Pensionierung. In der dritten Säule wäre es gar fast doppelt so teuer, nämlich 81 Prozent oder insgesamt 57‘500 Franken bis zum Erreichen des Pensionsalters. Und dabei sind bei diesen Berechnungen die realen Kosten in der 2. Säule sogar noch äusserst konservativ angesetzt.

Jung und alt profitieren vom funktionierenden Generationenvertag

Und noch einen Vorteil hat die AHV: Sie stärkt den Generationenvertrag. Denn ist es letztlich nicht normal, dass die jungen Aktiven die AHV der älteren Generation finanzieren? Ohne AHV müssten die Jungen ihre Eltern oder Grosseltern direkt finanziell unterstützen oder sich gar noch stärker um sie kümmern – wie es vor Einführung der AHV der Fall war. Dies wäre eine zu grosse Verpflichtung. Und umgekehrt: wie viele Grosseltern kümmern sich heutzutage nicht regelmässig um ihre Enkelkinder? So profitieren die jungen Familien von ihren Eltern, die wiederum eine anständige Rente erhalten. Das ist es, was einen Generationenvertrag ausmacht. Und er funktioniert ziemlich gut. Für beide Seiten. Die Jungen verlieren dabei nicht – im Gegenteil!

Wer rechnet, stärkt die AHV! AHVplus ist auch für die Jungen nur zum Vorteil!