„Sonntagszeitungs“-Umfrage zum Rentenalter

Wenig überraschend zeigt eine von der „Sonntagszeitung“ veröffentlichte Umfrage eine deutliche Ablehnung des Rentenalters 67. Alle Umfragen der letzten Jahre zeigen, dass die Bevölkerung die von den Arbeitgebern und den bürgerlichen Parteien propagierte Erhöhung des Rentenalters ablehnt. Denn die Menschen wissen: Schon heute haben ältere Arbeitnehmende Mühe, ihre Stelle bis zur ordentlichen Pensionierung zu halten. Rentenalter 67 würde damit immer mehr Leute in eine schwierige Lage bringen: Arbeitslosigkeit, Aussteuerung und den Verlust des Anspruchs auf eine Pensionskassenrente wären verbreitet die Folge.

ahv umfrage soz

Zudem ist Rentenalter 67 unnötig. Die AHV hat in den letzten 40 Jahren eine Verdoppelung der Rentnerzahlen gestemmt, ohne dass die Lohnbeiträge ein einziges Mal erhöht wurden. Nur ein Mehrwertsteuer-Prozent kam dazu. Auch die wegen der Baby-Boomer-Generation zurzeit überdurchschnittlich ansteigenden Rentnerzahlen kann die AHV stemmen. Mit einer bescheidenen Zusatzfinanzierung von einem MWSt-Prozent, so wie es der Ständerat beschlossen hat.

Statt über ein höheres Rentenalter zu phantasieren, sollte sich das Parlament um das eigentliche Rentenproblem kümmern: Die sinkenden Pensionskassen-Renten. Wegen den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und der seit langem anhaltenden Tiefzinsphase wurden und werden die Zinssätze in den Pensionskassen auf breiter Front gesenkt. Rentenausfälle bis zu 20 Prozent sind keine Seltenheit. Diese Rentenverluste müssen ausgeglichen werden. Sonst wird der Verfassungsauftrag missachtet, dass Renten aus erster und zweiter Säule, die „Fortführung des bisherigen Lebenswandels in angemessener Weise“ ermöglichen sollen.

Der beste und kostengünstigste Weg, für ein anständiges Rentenniveau zu sorgen, ist eine Anhebung der AHV-Altersrenten. So wie es die Initiative AHVplus verlangt, die am 25. September zur Abstimmung gelangt. Mit dieser Initiative erhält eine allein stehende Person im Schnitt 2400 Fr./Jahr mehr AHV, ein Ehepaar 4200 Fr./Jahr. Die Arbeitnehmenden kostet das bloss 0,4 zusätzliche Lohnprozente (+0,4 für den Arbeitgeber). Dieses Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Deshalb gilt: Wer rechnet, stärkt die AHV. Und: Wer rechnet, stimmt am 25. September Ja zu AHVplus.