Die Negativmeldungen zu den Rentenaussichten häufen sich. Mindestens im Wochentakt wird über drastische Senkungen bei den Pensionskassen berichtet. Und es kommt noch dicker: Wie der „Blick“ berichtete, will die Sozialkommission des Nationalrats die PK-Rentenverluste nicht ausgleichen. Damit wird immer klarer: AHVplus ist das wichtigste Bollwerk gegen Rentenabbau.

ausriss blickDie letzte Woche veröffentlichte Umfrage der Swisscanto Vorsorge AG zeigt es deutlich: Die Pensionskassen-Renten sinken auf breiter Front. Gemäss Swisscanto haben die Pensionskassen auch 2015 wieder ihre technischen Zinssätze stark gesenkt und ihre Umwandlungssätze nach unten angepasst. Zudem rechnen die Vorsorgeexperten mit weiteren Anpassungen gegen unten. Umwandlungssätze unter 5% (bei Pensionskassen, die auch ein Überobligatorium kennen) dürften also bald an der Tagesordnung sein.

Das schlägt sich direkt in den Renten nieder. Mit einem Umwandlungssatz von 5 Prozent kriegt man pro 100‘000 Fr. Alterskapital noch 5000 Fr. Jahresrente. Bis noch vor wenigen Jahren lagen die Umwandlungssätze durchwegs bei über 6 Prozent. Die Jahresrenten pro 100‘000 Fr. Alterskapital beliefen sich damit auf 6000 Fr. und mehr.

Diese Senkungen der PK-Renten von vielerorts bis zu 20 Prozent müssen kompensiert werden, denn viele Versicherte können nicht genug Alterskapital anhäufen, damit es noch eine anständige PK-Rente gibt. Anders sieht das offensichtlich die neue rechtsbürgerliche Mehrheit in der Sozialkommission des Nationalrats. Gemäss „Blick“ hat sie die für die Senkung des Mindestumwandlungssatzes (von 6,8 auf 6%) vom Ständerat beschlossenen Kompensationsmassnahmen aus der Vorlage „Altersvorsorge 2020“ gestrichen. Das entspricht einer Rentensenkung von 12 Prozent.

Die SGK-Mehrheit versenkt damit den vom Bundesrat für „Altersvorsorge 2020“ beschlossenen Grundsatz, dass die künftigen Rentnerinnen und Rentner unter dem Strich nicht weniger im Portemonnaie haben dürfen, als unter den heute geltenden Bedingungen. Während der Ständerat diesen Grundsatz unterstützte, aber bei den Kompensationsmassnahmen auch auf die AHV setzte (Erhöhung der AHV-Renten um 70 Fr./Monat), fährt die Nationalratskommission nun einen harten Abbaukurs.

Es wird damit immer offensichtlicher: AHVplus ist das beste Instrument, einen Rentenabbau zu verhindern. Es ist der kostengünstigste und sicherste Weg, die Ausfälle bei den Pensionkassen zu kompensieren. Denn ein Ausgleich der Rentenverluste kommt in der AHV viel günstiger zu stehen, als über die zweite Säule. Ausserdem ist die AHV viel sicherer, weil sie viel weniger den Turbulenzen auf den Finanzmärkten ausgesetzt ist. Und entgegen der mittlerweile weit verbreiteten Meinung, schultert die AHV die Alterung der Gesellschaft auf äusserst effiziente Weise. Obwohl die AHV-Lohnprozente seit 40 Jahren nie erhöht wurden, zahlt die AHV heute an mehr als doppelt so viele Rentnerinnen und Rentner (Anstieg vom 960‘000 auf 2,2 Millionen) Renten aus. Nur einmal war ein Mehrwertsteuerprozent nötig.

Die „Allianz für eine starke AHV“ setzt sich deshalb mit Vehemenz gegen einen kompensationslosen Rentenabbau in der zweiten Säule und für eine Stärkung der AHV ein. Denn: Wer rechnet, stärkt die AHV.

Das Renten-Massaker der Bürgerlichen („Blick“ vom 28.05.2016)