Man Filling out Tax FormDie zweite Säule als Steueroptimierungs-Instrument

Wer über die 2. Säule nachdenkt, dem kommen Altersvorsorge und Pensionskassenrenten in den Sinn. Dass aber Versicherte mit der zweiten Säule auch gewaltig Steuern sparen können wird häufig vergessen.

Dank der beruflichen Vorsorge können in erster Linie die Gutverdienenden und vor allem die Spitzenverdiener ihre Steuerlast massiv reduzieren. Denn Pensionskassenbeiträge werden vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Ebenso Einkäufe in die Pensionskasse, also Nachzahlungen, die Versicherte bis zum Erreichen der maximalen Altersleistungen tätigen können. In gut ausgebauten Pensionskassen haben die Versicherten ein grosses Einkaufspotential, insbesondere in jenen, die auch Kaderpläne kennen. Im Pensionskassenausweis wird jeweils vermerkt, wie viel der Versicherte noch freiwillig einzahlen darf.

Vor allem die Spitzenverdienenden haben dank Kaderplänen fast unbegrenzte Einkaufsmöglichkeiten. In der beruflichen Vorsorge sind Topsaläre bis zu rund 850‘000 Franken pro Jahr versicherbar. Was bis zur Pensionierung zu einem Altersguthaben von über 9 Millionen führen kann. Dadurch sind auch die entsprechenden Beiträge und die möglichen freiwilligen Einkäufe steuerbefreit. Ein Einkaufspotential in Millionenhöhe ist so bald einmal erreicht. Mit Altersvorsorge hat dies nichts mehr zu tun. Hier geht es in erster Linie um Steueroptimierung.

Während wenig Verdienende kaum finanziellen Spielraum haben und sich keine oder nur geringe Einkäufe leisten können, nutzen besonders die hohen Einkommen dieses Steuerschlupfloch. Bei diesen Einkommen schenkt der Steuerabzug auch besonders ein: Ein PK-Einkauf von 50‘000 Franken reduziert bei einem Grenzsteuersatz von 35% die nächste Steuerrechnung um Fr. 17‘500. Die geleisteten Fr. 50‘000 werden zwar beim Bezug im Alter besteuert. Jedoch zu deutlich besseren Konditionen. Eine Steuerersparnis bleibt also bestehen.

Die Möglichkeit, sich in die Pensionskasse einzukaufen wird rege genutzt. 2014 belief sich die Summe aller geleisteten freiwilligen Einkäufe auf über 5,2 Milliarden Franken. Das ist der bisherige Rekordwert. In den letzten Jahren ist der Wert stetig gewachsen. 2005 betrug er erst 2,8 Milliarden Franken.

Dadurch entgehen der öffentlichen Hand Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Geld das anderswo fehlt, beispielsweise für Bildung, Gesundheit und Verkehr, oder auch für die AHV.